tag 17 nach salzburg & heim

17-06-2017 9km // 283 +140,0
verbrauch: 9,90 // 426,20€ incl. 31,90 zug
schlafen: zu haus im wien

Gesamtstrecke: 8.78 km
Maximale Höhe: 438 m
Gesamtanstieg: 140 m
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etwas besser geschlafen die nacht, nur der güterzugzug schepperte nachts regelmässig vorbei. :-/

zelt eingetütet und los gings in die stadt zum dom. am weg hab ich noch die drei mädels gesehen, die den wolfgangweg gehen. harry und ich haben die in maria plein getroffen. beim bäcker gabs wieder topfengolatschen als frühstückersatz.


an der salzach entlang gings in die stadt rein.


viel besser als durch endlose häuserschluchten.


bei ner fussgängerbrücke bricht das volle tourivolk über mich herein, wie eine lawine, unaufhaltsam alles mitreissend, was im weg steht. asiaten mit tonnen von selfiestabhandys, amerikaner in geführten gruppen mit verstpöpselten ohren, die guides mit schild und pseudo-tracht rasseln jahreszahlen und ereignisse emotionslos runter, stress pur für mich, der ich so lang allein gegangen bin. dazwischen bildermaler, bettelnde obdachlose, künstler mit kitschportraits…. und das saugt dir alle rest-energie aus den knochen. je näher ich dem dom kam umso schlimmer wurd es. die getreidegasse, wo mozart geboren wurde verstopft von touries und ner blasmusikgruppe die für ihre cds lautstark geworben hat….



den pilgerstempel gabs gleich am eingang zum dom beim zerberus, der die touries ermahnt hüte und mützen abzunehmen. mei, war ich dankbar, nicht ewig suchen zu müssen.
der dom selber, ein prächtiger barok bau, für mein gefühl völlig profanisiert durch die massen, die laut schwatzend umherlaufen. schade….

der domplatz, ne baustelle. da werden die tribünen für den ‘jedermann’ aufgebaut, ein traditionelles schauspiel in salzburg. hinten siehst schon den turm der franziskanserkirche


ganz anders die gotische kirche in der franziskanergasse. weniger menschen, stille und voller energie. da bin ich lang gesessen und hab getankt.


hinterher zum bahnhof geschlappt, weil ich den zacken über bad reichenhall abkürzen wollt. fahrkarte gekauft und auf den zug gewartet, mich die ganze zeit zu überreden versucht weiterzugehen, irgendwie völlig kraftlos, leer bis auf die knochen frustriert und hundemüde. bis freilassing bin ich gefahren, dort beim umsteigen ne karte nach wien gekauft und heimgefahren. völlig frustriert, hin und hergerissen, zu gehen oder auszuruhen.

angekommen nur unter die dusche und ins bett gefallen.
ok, jetzt werden manche sagen, so gehts nicht mit dem pilgern, eh klar, das weiss ich auch. aber warum um himmeswillen soll ich mich hinmachen und kasteien?


der weg soll doch spass machen und freude bringen. mir und anderen und allen die hier mitlesen.
klar, leicht ist der nicht und erschöpfung gehört dazu, kein thema. andererseits heissts zu recht immer wieder:

hör auf deinen körper.
nix anderes tu ich,
sagt ralph

ps. die ge(h)bote hänger im fenster vom kirchenladen gleich hinterm dom, bei st. peter. nix als schlaue sprüche, so wahr die auch sein mögen.

wo es ne pilgerherberge gibt, wussten die allerdings nicht….. schade.
da wär ich gern geblieben, zum ausruhen, in salzburg

28 thoughts on “tag 17 nach salzburg & heim”

  1. Hallo Ralp,

    habe das Gefühl du steckst fest.
    Geh meinertwegen nach den Pilgergeboten, aber geh.
    Gib dir selbst einen Tritt in den Hintern und geh.
    Überwinde deinen Schweinehund der sich auf deinem Rucksack breit und schwer gemacht hat und geh.
    Schreibe weiterhin deine Berichte und geh weiter.
    Geh mit Gott.

    Mutti

    1. sers andreas,
      ich werd den langen weg gehen, aber nicht mehr in diesem jahr. danke dir für deine motivation, werd meinen advent camino dies jahr weitergehen und im kommenden dann den langen weiter.

      <3 lich ralph

  2. Hallo ralph,
    war gerade selbst ein paar Tage unterwegs (im Schwäbischen) und bin überrascht daß du so frustriert bist. Du machst doch alles richtig!
    Auf den Körper hören, in dich hineinhören und dann Entscheidung treffen – gibt nichts Wichtigeres im Leben!
    Warum aber hast du nicht versucht unterwegs ein paar Tage auszuspannen? Wegen der Kosten? Oder kannst du es überhaupt erklären? Soll bestimmt kein Vorwurf sein, ich frag nur weil ich neugierig bin und es verstehen und nachfühlen möchte.

    Liebe Grüße nach Wien, Tritta

    1. sers tritta,
      danke für’s verstehen.
      du, das ist genau die krux, dass ich nicht erklären kann, was es eigentlich ist….
      <3lich ralph

  3. Hallo Ralph

    natürlich gönne auch ich dir deine Pausen.
    Doch warte ich schon sehnsüchtig auf deinen nächsten Bericht von deinen Pilgerabenteuern.
    Wünsche dir alles erdenklich Gute für dein weiterkommen und vieleicht klapppt es ja auch wirklich mit einem gemeinsamen Bier am Bodensee.

    mutti

  4. He du
    Bin ganz überrascht dachte das du gut drauf bist, nach den kms die du vorgelegt hast.
    Kann es sein das ich dir abgeh?? Aber auf mich musst du noch ein paar tage warten. Ab 28. sind wir dann wieder daheim.
    Mach dein ding wie du willst und lass dir keinen floh ins ohr setzen von den “pilgern”
    Otto

    1. sers otto,
      nö, mach ich nicht. ich zieh mein ding durch, so wie ich es mag und nix anderes.
      klar gehst mir ab, so hab ich keine lokomotive die mich treibt 🙂
      <3lich ralph

      1. Ich komm aber wieder, nur zur info. Also immer einen vor dem anderen und achte auf die weichen!!!
        Otto
        Aber wennst schon zu hause bist hab ich arbeit für dich. Bei etappen ” trevelmap ” hat er einen neuen weg gefunden, ganz komisch.

  5. Hallo Ralph,

    jeder geht seinen Weg auf die eine oder andere Weise. Für mich gibt es nicht das richtige Pilgern für alle (haben wir auch schon im Forum diskutiert). Es ist doch auch ein Stück zu sich selbst finden und du machst das auf deine Weise. Fein gemacht, weiter so. In Frankreich habe ich 2 x 2 Freunde getroffen, die jedes Jahr 2 Wochen im Urlaub weiter auf Ihrem Weg nach Santiago gehen (zwei Wienerinnen und zwei aus Süddeutschland). Danke für deinen schönen Bericht und die tolle Bilder. Ich freue mich auf mehr.

    Herzlichst
    Elke

  6. hallo meine lieben,
    euch allen ganz herzlichen dank für eure kommentare und ermunterungen!
    so lieb und aufbauend, wenn du im “loch” feststeckst.
    dir martin drück ich ganz besonders die daumen für deinen weg
    <3lich ralph

  7. Hallo Ralph,

    ich folge auch schon seit längerer Zeit deinem Blog und finde diesen sehr gut gestaltet und hochinteressant.
    Im Pilgerforum, was momentan anscheinend irgendwie down zu sein scheint (weiß hier wer etwas mehr darüber?),
    haben wir auch schon einmal miteinander geschrieben. Wie einige schon hier geschrieben haben….ist es doch eigentlich egal, wann du an dein Ziel ankommst, Hauptsache du kommst irgendwann an. Wenn der Körper erst einmal nicht mehr mag, dann ist es halt besser eine Pause einzulegen. Kopf hoch, das wird schon. Ich starte Heute, am 19.06. meinen Camino von Wuppertal nach Santiago und ich habe mich gut vorbereitet. Leider bin ich ein schwergewichtiger Moppel und die ersten Tage werden sehr heiß hier. Ich rechne auch schon mit dem Schlimmsten, aber was soll´s…..ein Versuch macht Klug.
    Ich werde auch einen kleinen Blog schreiben. Diesen werde ich dir auch dann mitteilen, falls du mal Interesse hast mitzulesen:-) Ich wünsche dir alles Gute, Ralph. Vielleicht sieht man sich irgendwann mal:-)
    Liebe Grüße
    Martin

    1. Zum Pilgerforum habe ich bei Pater Norbert angefragt und bekam folgende Antwort
      .”..bei einem Update ist das Problem entstanden.
      Sven hat alle Daten an die Firma geschickt, die das Update machten.
      Sven selbst ist erst Ende Juli wieder daheim.
      Wir müssen warten”

      LG Annkatrin

      1. sers,
        danke für die info. ist ein paradebeispiel, wie professionelle IT nicht geht 🙁
        ein backup von vor einem update + datenbankwiederherstellen dauert bei dem datenumfang max 1-2tage. schade für ‘s forum.
        findet ralph

  8. Lieber Ralph,

    ruh Dich schön aus!
    Ich bin gestern Nacht um 1 heimgekommen, hab mich über richtiges Brot mit Butter gefreut, hab den Computer mit den 1380 Fotos gefüttert, werd morgen den Garten entwildern, der Jakob (mein Bub 😉 ) macht grad draußen Grillparty…
    Schon komisch. Das Leben verläuft keinesfalls kontinuierlich in einer Zeitlinie. Das Leben daheim geht gleich weiter als wär ich gar nicht weg gewesen, und die Zeiten auf dem Camino reihen sich aneinander als wär dazwischen gar nichts anderes passiert.
    Bei Dir wirds auch weitergehen auf dem Weg, und ob Du dazwischen mal daheim bist, spielt keine Rolle.
    Aber wenn Du in Hohenpeißenberg noch vor dem ca. 10. August eintrudelst, wär schön, weil danach fahr ich wieder Richtung Spanien ( mit dem Auto, nicht zum Pilgern)

    Lang wirst es eh nicht aushalten in Wien, jetzt ist der Sommer da, der treibt Dich raus!

    Liebe Grüße!
    Gertrudis

    1. sers gertrudis,
      du, ganz sicher schlapp ich vor august bei dir vorbei! da freu ich mich eh schon ganz besonders drauf, auf’s ratschen mit dir. dann komm erstmal richtig an und geniess dein sein. stimmt, die zeit läuft nicht, sie ist. parallell und gleich-zeitig, jetzt. <3lich ralph

  9. Hallo Ralph
    Du fährst wegen dem Feiern heim, gell ;-), mit 66 Jahren, da fängt das Leben an. Danach startest wieder durch. Denk an meine gute Nacht-Geschichte :-).
    Genieße dein zu Hause und mach das, was dir richtig erscheint.
    Liebe Grüße von uns

    1. sers renate,
      dank dir!
      und mach mich net noch jünger,als ich eh schon bin
      wirst deine gute nacht geschichte schon wieder kriegen,
      sagt ralph

  10. Hi Ralph,

    als ich das erste Mal soviel Kilometer zusammenhängend geschafft hätte wär ich auch stolz. Noch dazu gab es damals auch Glückwünsche von Dir. Also nun von mir an Dich: Klasse, Gut gemacht, erholt dich gut und mach dein Ding.

    Herzliche Grüße aus der Pfalz

    Olaf ( heute nur 17km auf der Klosterroute)

  11. Hi Ralph,

    jeder läuft SEINEN Weg. Aber die Erfahrung des LOSLASSENS ist beim Fernwandern ESSENZIELL. Für JEDEN Weg.

    Mario

    1. sers mario,
      DEINE MEINUNG
      und
      MEIN WEG
      sind zwei paar stiefel.
      das eine passt, das andere macht aua und blasen.
      ralph
      …. der ohne vorbuchung und planung geht und nicht fernwandert.

      im übrigen: schluss mit der sinnlosen diskussion.

  12. Hallo Ralph,

    vielen Dank für die Fotos aus Salzburg. Dein erstes gestecktes Ziel hast du nun erreicht und kannst stolz sein. Alles Weitere ergibt sich sicher.

    Aus deinem Blog entnehme ich, dass du manchmal anscheinend versuchst, dich rechtzufertigen. Warum denn? Du machst doch nur eine Pause und läufst dann weiter. Selbst wenn du 2 Jahre bis Santiago brauchst, ist doch egal.

    Einen guten Weg wünscht dir

    Brigitte

  13. Hi Ralph,

    “Wanderer, es gibt keine Wege. Wege entstehen beim Gehen.” Antonio Machado y Ruiz (1875 – 1939), spanischer Schriftsteller in der Zeit des Bürgerkrieges.

    Jetzt mach’ mal hinne. So wird das nichts mit unserer gemeinsamen Tour durch den Sundgau Richtung Besançon!

    🙂

    Ne, im Ernst. Ich höre ja auch auf meinen Körper und machte heute aus 32 km lediglich 20 km, ohne rot zu werden. Zuerst durch Leipzig mit dem Auto meiner Freundin, die mich zwei Tage besucht hatte, die letzten 4 km heute nach 20 km schattenlose Sonne pur: Daumen raus und eine hübsche junge Frau nimmt mich in ihrem Kleinwagen mit. Yeahh.
    Immer wieder zurück, das ist nicht das richtige Fernwanderfeeling. Ralph!!!

    Größe aus Döllnitz nach einem Gose-Bockbier!

    Mario

  14. Hi Ralph,
    ich kenn auch noch einen platten Schnack, an dem etwas Wahres dran ist. Für den Einen ist das Glas halbvoll, für den Anderen ist es halbleer. Sieh es dochmal so, du hast nach einer langen Abstinenz 283 km geschafft. Ist das nix? Man kann den Weg nach Santiago auch in Etappen gehen ;-).
    Ich wünsche dir sehr, dass du nach einer Erholungspause die Motivation wiedergefunden hast, den nächsten Abschnitt anzugehen.
    Wenn’s weitergeht bin ich wieder (als Leser) dabei.
    Lieben Gruß und alles Gute
    Annkatrin

    1. sers annkatrin,
      dank dir.
      ja, bin stolz drauf, und das mit recht. ist das längste stück, dass ich je gegangen bin , auf einmal.
      und ich geh weiter und das heuer. 3-4tage energie tanken, das brauch ich halt. kann nicht erwarten,dass ich nach 40jahren nixtun locker flockig durchlauf.

      zum “platten schnack” ein zen-haiku:
      die fülle sehen,
      den mangel sehen.
      die selbe welt,
      zwei leben.

      sagts noch deutlicher, was gemeint ist.
      <3lich ralph

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