schneeberg, spontan

bin vor ein paar tagen auf den berg gegangen.

im kopf spukt die tour schon lang rum, grad weil ich bei guter sicht den gipfel vom berg von zuhaus aus sehen kann.
da kommt das wasser her, das bei mir aus der leitung fliesst.
noch während der k&k monarchie wurden die beiden hochquellenleitungen gebaut, das wasser fliesst ohne pumpwerke direkt von dort bis in die stadt. die wasserleitungen  sind über 180 km lang und das wasser ist eins der besten aller europäischer grossstädte.
noch heute reicht die wassermenge aus, um wien versorgen.
tolle ingenieurleistung, finde ich.
 
 
 
das motto vom weg:
anstrengend,
anspruchsvoll,
atemberaubend

 

Maximale Höhe: 2042 m
Minimale Höhe: 580 m
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tag 1: von losenheim zur edelweisshütte

die erste etappe ist geschafft.
über 350 hm in 1stunde laufzeit. ausser schwitzen keine lateralschäden

 

 

 

 

kaum war ich bei der hütte gabs ein gewitter, das vorher um mich rum gezogen ist. langsam hörts wieder auf und das licht wird orange-golden, im tal hängen wolkenfetzen, die ersten lichter funkeln.
kennst bestimmt auch, die stimmung. so schön.

 

total lieb die hütte, es ist so zu merken, dass die beiden wirtsleut, claudia und bernhard mit herz und seele dabei sind. ganze 9€ zahl ich fürs lager als alpenvereinsmitglied.

 
 bis spät in die nacht sitz ich noch da, beim bier und lass den tag revue passieren, geniess die ruhe und wärme der hütte.
die wirtsleut waren schon lang im bett, hab mir noch  a puntigamer geben lassen, damit ich nicht verdurste. weil draussen ist ja wüste.
trinktechnisch zumindest. dann ist’s zeit für’s bettchen.
 


morgen gehts dann auf den gipfel, von 1230m auf 2070m.

über den nördlichen grafensteig,der das massiv von nord nach süd queert. bin gespannt, wie lang ich brauch, hab einen heiden respekt vor dem weg.

mein rucksackplan ist aufgegangen, knapp unter 5000 gr trockengewicht.
da kommen allerdings noch 2500 gr für wasser und futter dazu.

alles dabei, was wichtig ist, incl notbiwak kram und notproviant.
am morgen dann nach einem kaffee in der sonne auf der terasse.

tag 2: von der  edelweisshütte zum damböckhaus

der nördl. grafensteig.

wunderschön zum laufen, grosse aussichten, immer rauf runter, die kare queerend.
teilweise kniehohe stufen. zwischendurch gibt’s ne hütte von der bergrettung mit wetterschutzraum.
( mir fällt grad auf, ich hätt mehr bilder machen können )
anspruchsvolle stellen drin, mit handeinsatz, 2x je so 5-10 mtr.


da hab ich sehr überlegt, ob das wetter nicht umschlägt, die wolken kamen immer tiefer heruntergekrochen….
 
 

dort, kurz vor der felsnadel mit den 2 markierungen bin ich erst so 5-10 mtr senkrecht nach oben, auf allen vieren….

hab mir dann gedacht, dass kann`s jetzt aber doch nicht sein, mich umgeschaut und siehe da, musste wieder zurück,
dann so 5 mtr mit handeinsatz rauf zu den beiden markierungen und hinterher gleich wieder so 20-30 mtr runter, aber das moderat…aber da hab ich schon vorher muffe gehabt, weils so heftig runterging, seitlich.
der dicke stein, der mir da in den weg gelegt wurde am bild eins weiter oben war vielleicht “der stein, des anstosses….” wahrscheinlich hab ich genau deswegen vor lauter stress nicht richtig gekuckt und nur gedacht:
schau nach oben, nicht runter, dann klappts.
weisst eh, da am schmalen steig danebentreten und es geht bergab…..
und dann allein, nicht so gut.
aber ich wollt’s ja so.
 
irgendwann, nach einer gefühlten ewigkeit und dem gedanken der weg endet wohl niemals, hab ich’s geschafft. zumindest den grafensteig.
hab ausgiebig gerastet, fussies in die sonne gehalten, socken getrocknet und brotzeit gemacht.

nach oben

anschliessend gings dann parallel zur zahnradbahn rauf zur elisabethkirche und dem hochschneeberghaus.

der einzige blick auf’s klosterwappen (li.) den ich hatte.
rechts bei der wolke die fischerhütte
 

war halt recht anstrengend der tag, 9,5km, fast 900 m rauf, 400m runter in 7 std.angekommen ziiiemlich ko aber glücklich, die auf dem wegweisern angegebenen zeiten geschafft zu haben.bin in der damböckhütte eingekehrt, 29,-€ und hab  die letze stunde zur fischehütte mir und meinen knien ‘geschenkt.


gut nacht, zeit zum heia machen…

hatte ein 3-er zimmer für mich allein, luxus pur, finds’t nicht?

am nächten tag nach ausgiebigem frühstück
– eier mit speck, neben saft, kaffee, wurst käs, brot marmelade, das im preis mit drin war.
tag 3: von der damböckhütte zur fischerhütte

unterwegs auf der hochfläche

erst bin ich  auf der hochfläche rumgelatscht.  wieder zurück zum bahnhof und der kapelle und dem orginal alt eingerichtetem hochschneeberg hotel.
da hat auch kaisers übernachtet, ende 19. jhdt. ( kürzt man das so ab? )

 

anschliessend rauf zum waxriegel 1888m
– die bilder mit dem drahtkreuz –
da war’s schon nebelig, innerhalb von ein paar sekunden ging’s immerwieder auf und zu….

nach kurzer rast – wieder im damböckhaus, nachmittags rauf zur fischerhütte.

 die war die ganze zeit in den wolken, der hauptgipfel, das klosterwappen leider auch 
das hab ich mir dann gespart, den super ausblick auf den nebel kannte ich ja schon…
also direkt zur hütte geschnauft, die höhe hat sich bemerkber gemacht. 1810-2045 mtr. speziell nachdem ich bis vor 10 jahren die lungen mit rauchen hingemacht hab…


glücklich oben angekommen, ich war der einzige gast der dort übernachtet hat. 

21,-€, wieder mit frühstück, im lager.

später kam dann noch ein vater mit seinen 3 töchtern, zwischen 8 und 12-13. das eine mädel in turnschuhen! wollte der depp ( sorry, aber da war ich stinkesauer ) abends um 1/2 6 über einen versicherten steig in’s tal.
der kellner hat dem ungar dann in seiner sprache erklärt, dass das gefährlich ist, was der mann aber nicht hören wollte.
schliesslich und endlich hat der kellner den guten bei der hand genommen und ist mit ihnen raus.
da war grad noch so 20 mtr sicht, von den markierungs stangen war grad die nächste zu sehen.
und wind und kalt 8°.
schliesslich sind die dann doch auf dem leichteren weg abgestiegen, zum glück.

später kam dann der wirt wieder, der war an dem tag im tal und hat ganz spontan
– ein super schnäppchen von haus gekauft –
hat sich den hintern abgefreut und war total aufgekratzt, grad weil er und seine frau schon länger ein haus gesucht haben und immer ist was dazwischengekommen.
er hat mich dann mit seinen leuten zusammen zum  wein eigeladen, sind ewig gesessen und haben geratscht.

nachts hats gestürmt und gepfiffen und geregnet. grad kuschlig war’s in meinem ‘federbett’, dem daunen-quilt.
morgens rausgeschaut und überlegt, ob ich mich nicht besser den tag im lager unter dem schlafsack verstecke.

 


im lager hat’s abends 16° gehabt, am morgen noch so 12°

…..aber der hunger….
also wieder raus, frühstücken.
draussen null sicht, 5°, wind bis 5-7 beaufort.

tag 4: von der fischerhütte mit der bahn nach puchberg und zurück zum auto

abwärts geht’s

wie ich grad angefangen hab mit dem frühstück, kamen 2 männer mit ihren buben an, von unten im tal.
waren klatschnass vom nebel und schwitzen natürlich auch.
haben erzählt, dass der weg am faden nass und die steine teilweise total rutschig sind, der berg im oberen drittel in wolken steckt.

na gut, ich hatte schon vorher überlegt, ob ich da das risiko eingehe über den versicherten steig zu gehen, bei dem wetter.
gerade weil ich alleine bin und das handy nicht immer ging.

die meinten dann auch, dass sie überlegen mit der bahn runter zu fahren.
naja, ich habs dann gemacht, für ein heidengeld…. 25€ die talfahrt….
auch für die knie, denen ich (noch nicht) ganz traue.hab mich dann wasser und windfest verpackt, regenzeug über hose und langarm merino, hoodie und handschuh.dann war alles schön, draussen beim laufen, kein schwitzen unter dem membranzeug, kein kondens
und grad recht von der temperatur.entgegenkommende touries tlw. barfuss in sandalen haben schon ein wenig blöd gekuckt.
mit der bahn karren die da so an die 200.000 leut hoch jedes jahr, für je 35€ rauf und runter.
lohnt sich, die bahn, meins’t net ???
 
na gut, hab dann station gemacht und mich wieder aus und umgezogen regenzeug durch’s merion fleece ersetzt.
… hab ich schon gesagt, dass merino rockt ?
wärmt, ‘riecht’ nicht, fühlt sich auf der haut gut an, auch wenn’s feucht ist, trocknet schnell.
 


bin dann nach der bahnfahrt wohlbehalten in tal angekommen.

die wolken waren übrigens nach so 500 hm weg und ich hätt gut laufen könnnen.

von puchberg, da wars harmlos bewölkt bei kuscheligen 24° dann als pflaster-dootsch’n zurück zum auto, das stand 7,5km weit weg an der seilbahnstation, 575 auf 875 mtr, ungefähr die gleiche strecke wie die, die ich von oben zu fuss hätt gehen müssen.

 

fazit:

war halt sau teuer alles in allem fast 150 € da muss ich was anders machen, in zukunft.
aber das ganze futter – vor allem das bier – sind halt schwer zu er-tragen, im wahrsten sinne des wortes.
wobei beim kurs von 4,-€ für’s 0,5er bier…..

alles in allem fast 30km und knapp über 2000 hm in drei tagen.

ich glaub, ich bin fit genug für gemütliche mehrtageswanderungen.
vor allem:
keine lateralschäden,
kein blasen blues,
ausrüstung scheint zu passen, für alle lebenslagen.

das freut mich ungemein und ein wenig stolz bin ich auch.
der muskelkater hält sich in grenzen, nicht mehr, wie sonst auch beim flachland-laufen.
die treppen rauf im haus sind immer noch heftig, meisst mach ich im 7. stock schluss wenn ich vom einkaufen komm.
gestern waren’s fast 10 kg incl. trinken.
weil das steht im auto, in der tiefgarage und ich hol mir die tägl. ration zu fuss.
runter und wieder rauf.
das find ich ätschig im gegensatz zum laufen, frag mich immer wieder, warum ich mir das antu.

das treppenhaus  🙁

hab’s genossen, den weg ,
werd nächste woche wieder losziehen, zum ötscher diesmal, denk ich.
da gibt’s ne rothschild’sche domäne mit richtigem europäischen urwald.
die kernzone ist seit jahrhunderten – angeblich seit der eiszeit – unberührt geblieben.
find ich spannend.
mal schauen ob’s da einen weg hin gibt,
zurück natürlich auch.

am wochenende sind die hütten am schneeberg voll ausgebucht, tlw. bis in den herbst rein und am ötscher wird’s nicht viel anders sein.

ausgeratscht, geschichte ist rum.

sagt herz lich
ralph

 

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